Speck, Otto

Hirnforschung und Erziehung

Eine pädagogische Auseinandersetzung mit neurobiologischen Erkenntnissen


2., durchgesehene Auflage 2009. 198 Seiten.

(ISBN 978-3-497-02081-2) kt
€ [D] 21,90 / € [A] 22,60 fPr.
(alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt.)

Kurztext

Legen die Libet-Experimente wirklich den Abschied vom alten Menschenbild nahe? Sollten nun die Pädagogen einpacken mit ihren klassischen Überzeugungen wie der des „Freien Willens“? Ist Erziehung zur Mündigkeit, zur Verantwortung eine Illusion? Lassen sich Begriffe wie Lob und Schuld noch anwenden? Darf ein Kind überhaupt noch für etwas verantwortlich gemacht werden? Spannend ist die Auseinandersetzung darüber, welche neurobiologischen Ergebnisse die Pädagogik integrieren muss – faszinierend aber auch, wie die Hirnforschung z. T. uraltes erzieherisches Wissen empirisch neu bestätigt. Otto Speck, einer der bedeutendsten Heilpädagogen unserer Zeit, gibt Impulse für eine pädagogische Debatte, die gerade erst begonnen hat. Dieses Buch ist ein Muss für jeden Pädagogen, der den Imperativ der Aufklärung ernst nimmt!

Inhalt

Vorwort
Einleitung: Zeitalter der Hirnforschung

I Hirnforschung und Selbstbestimmung - Herausforderungen
1 Das Gehirn und sein Ich?
1.1 Philosophische Vorgeschichte
1.2 Ich-Bewusstsein – eine Illusion?
1.3 Determiniertes Handeln – Kein freier Wille?
1.4 Die Libet-Experimente: Das Gehirn entscheidet
1.5 Bewusstsein und freier Wille – Epiphänomene oder nicht?
2 Kritik der neurophysiologischen Thesen
2.1 Determinismus und Willensfreiheit miteinander unvereinbar?
2.2 Du bist nichts, dein Gehirn ist alles?
2.3 Entscheidet das limbische System?
2.4 Gefühle und neuronales System
2.5 Moral ohne Schuld?
2.6 Ist die Philosophie überflüssig oder im Wege?
2.7 Ethische Einwände
2.8 Ein neues Menschenbild?
3 Herausforderungen der Pädagogik
3.1 Selbstbestimmung als reales Erziehungsziel
3.2 Erziehung mit moralischem Anspruch
3.3 Achtung vor der kindlichen Person
3.4 Erziehungshilfe trotz Determinierung
4 Auf der Suche nach einem ganzheitlichen Erklärungsmodell
4.1 Neurobiologische Relativierungen und Erklärungslücken
4.2 Die Identitätshypothese

II Neurobiologische Grundlagen der Erziehung zu humanem Zusammenleben
1 Das soziale Gehirn – seine Prägung durch die Umwelt
2 Sozialdarwinismus – Biologie geschichtlich im Zwielicht
3 Gen-Egoismus im soziobiologischen Verständnis
4 Altruismus aus evolutionsbiologischer Sicht
5 Menschlichkeit auf neurobiologischer Basis
5.1 Soziale Beziehungen durch neuronale Motivationssysteme
5.2 Intuitive Kommunikation durch Spiegelneurone
6 Neuronale Grundlagen moralischen Verhaltens
7 Droht eine Biologisierung der Erziehung?
8 Chancen, Risiken und Missbrauch

III Naturalismus und normative Erziehung
1 Die menschliche Natur als eine pädagogische Orientierungsgröße?
2 Die Konvergenz von Natur und Moral unter pädagogischem Aspekt

IV Perspektiven
1 Pädagogische Gewinne und Chancen durch die Neurowissenschaften
2 Notwendigkeit interdisziplinärer Klärungen

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Autoreninformation

Prof. Dr. Otto Speck ist emeritierter Ordinarius für Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

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